Konfliktmanagement als Instrument der Organisationsentwicklung
Thema
Konflikte machen Sinn – und sie sind notwendig. Denn Innovation entsteht selten ohne Reibung. Oder können Sie sich tragfähige Lösungen vorstellen, ohne dass zuvor unterschiedliche Sichtweisen, Interessen und Ideen miteinander gerungen haben?
Ungeklärte Konflikte hingegen binden erhebliche Ressourcen. Sie kosten Zeit, Energie und Geld. Studien, unter anderem von KPMG, zeigen deutlich: Ein systematisches Konfliktmanagement lohnt sich – wirtschaftlich ebenso wie organisatorisch.
Organisationen, die konstruktiv mit Konflikten umgehen, sind nachweislich innovationsfähiger. Unternehmen hingegen, die Konflikte ausschließlich als Belastung wahrnehmen und keine gelebte Streitkultur entwickeln, leiden häufiger unter Innovationsmangel. In solchen Organisationen wird auf Führungsebenen oft viel Energie in Eigensicherung statt in Entwicklung investiert.
Ein wirksames Konfliktmanagement verfolgt daher einen ganzheitlichen Ansatz: Es dient nicht nur der frühzeitigen Erkennung und Klärung von Konflikten, sondern auch der bewussten Nutzung ihrer Potenziale. Grundlage ist eine verbindliche Vereinbarung, in der unter anderem geregelt werden:
- das Beschwerderecht,
- Eskalationsstufen zur Konfliktbearbeitung,
- Rollen wie Verfahrensverantwortliche, Konfliktlots:innen und Klärungshelfer:innen,
- Fristen, Maßnahmen und mögliche Sanktionen sowie
- klare Zuständigkeiten.
Ein wesentlicher Bestandteil ist zudem das Controlling der Konfliktkosten, um die Auswirkungen von Konflikten transparent zu machen und gezielt steuern zu können.
Besonders wichtig ist dabei: Das Konfliktmanagementverfahren sollte verschriftlicht sein, um Transparenz, Klarheit und Verbindlichkeit für alle Beteiligten sicherzustellen. Es muss für alle gleichermaßen gelten und konsequent umgesetzt werden. Darüber hinaus sollten Verfahrensverantwortliche benannt werden, die das Konfliktmanagement regelmäßig überprüfen, weiterentwickeln und an veränderte Rahmenbedingungen anpassen.
So wird Konfliktmanagement von einer reaktiven Maßnahme zu einem strategischen Instrument der Organisationsentwicklung.
Zielgruppe
Geschäftsführung, Personalabteilung, Personal-und Betriebsräte, Führungskräfte und alle, die sich mit dem Thema befassen möchten
